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7. Sinziger Bücherherbst
Bücherflohmarkt, Feuershow und der Ruf nach den Panzerknackern

- Harry-Potter-Eulenpost in der Warteschleife über dem HOT-

Bücherherbst  

Benno Schneider, Initiator des "Sinziger Bücherherbst" und Inhaber von "lesezeit - Bücher und Wein" konnte bereits eine Stunde vor Beginn einen gut gefüllten Sinziger Jugendtreff bewundern. Kistenweise wurden Bücher aller Art herangeschleppt, und im Nu waren alle verfügbaren Tische auf zwei Etagen mit alten und neuwertigen Büchern zum Verkauf bedeckt. Eine Fundgrube für all diejenigen die kamen, um ihre Regale preiswert für die langen Winterabende aufzufüllen.

Waltraud Thormann, als Leiterin der Stadtbücherei u.Schulbibliothek des Rhein-Gymnasium Sinzig u.a. Mitveranstalterin des Abends:"Ich habe schon eine Reihe Buchspenden für unseren Basar verkauft und nun gehe ich mal gucken, was wir für die Bibliothek gebrauchen können."

Derweil freute man sich über den Betrieb vor und im Hot, dessen Mitarbeiter um Ulrike Michelt mit Engagement und Zeitaufwand viele Vorbereitungen getroffen hatten. Draußen vor dem Eingang duftete es nach frischem Kaffee und Waffeln, bis Mitternacht frisch produziert vom Eiscafe Vallazza.

Drinnen konnte man zur Stärkung eine kräftige Kartoffelsuppe ordern und die Ausstellung der Sinziger Künstlerin Ilona Köllner genießen.

Benno Schneider schien entspannt, aber man munkelte bereits...

"Ja", gab er dann so gegen 20 Uhr zu, "es gibt da noch ein kleines Problem. Der Tresor, in dem die Harry-Potter-Bücher bis Mitternacht sicher gelagert sein sollten, geht nicht mehr auf. "Wie? Was?“, ungläubig starrten ihn ein paar Jungs an und schritten zur Tat.

Frank Harz von der "Klangwelt" förderte passend zur aufkommenden Spannung eine alte "Stahlnetz"-CD aus seinem Angebot zutage. Aber der Tresor blieb zu. Unter wachsender Anteilnahme schob bald ein Mädel die Jungs zur Seite und versuchte das Ganze mal "mit Gefühl". Doch die mehr als 200 Kilo Stahl wollten nicht nachgeben. Und Benno Schneider versicherte allen immer wieder, man habe bis 24 Uhr ja noch viel Zeit...

Als wäre nicht alles schon aufregend genug, gab es eine Stunde vor Mitternacht noch einen Programmpunkt, der die Spannung zusätzlich steigerte: Drei junge Artisten der Zirkusschule "Don Mehloni" boten vor dem dunklen Nachthimmel eine faszinierende Feuer-Jonglage. Gebannt verfolgten Aussteller und Käufer, Alt und Jung - den widerspenstigen Tresor für eine Weile vergessend - wie brennende Fackeln so schnell von Hand zu Hand flogen, dass der Eindruck von Feuerrädern entstand. Die musikalisch untermalte Show endete mit einer weithin leuchtenden, gewaltigen Feuerschlucker-Säule in die Dunkelheit und wurde mit anhaltendem Applaus und "Zugabe"-Rufen geehrt.

24 Uhr rückte näher.

  Don Mehloni

Umlagert von einer Traube hilfsbereiter Harry-Potter-Fans lag man derweil auf den Knien vor dem Tresor.

Eine Viertelstunde später war der Griff des Tresors abgebrochen - aber er blieb zu...

Der Tresor blieb zu...  

Es wurde fünf vor 12.

Im Schein zahlreicher Kerzen versammelte sich schließlich die Harry-Potter-Gemeinde um den verschlossenen Tresor und versuchte es - wider jegliche Vernunft und besseres Wissen- mit fragmentarischen Zaubersprüchen. Was halt so aus sechs Bänden Harry-Potter hängengebleiben ist: "Alohomora..."

Wie aufs Stichwort kam überraschend die rettende Eulenpost in Form von Carlsen-Verlagskisten, und jeder Potter-Fan erhielt doch noch sein Buch!

Ob der Tresor voll oder leer ist... Wer weiß? Nach wie vor aber gilt:
Wer den Tresor öffnet -konventionell! an Sprengen ist dabei nicht gedacht :-) - der bekommt Harry-Potter Bd.7 geschenkt : klare Ansage, nicht gemunkelt!



Stefan Sarek las Stefan Maria spielte

Es war ein lauwarmer Frühsommertag im Sinziger Zehthof. Alles war angerichtet, die Technik wurde ordnungsgemäß aufgebaut: die Kamera war positioniert, die Lautsprecher standen.

Stefan Sarek und Stefan Maria waren auch schon da, unterhielten sich aber erstmal angeregt mit interessierten Menschen und Benno Schneider, es war ja noch nicht Zeit zum loslesen und singen.

Am Stand von les Olives haben sich viele der Gäste schon einen Wein, Sekt oder Likör besorgt, um bei freudig zwitschernden Vögeln und der schon etwas müden Sonne (ist ja auch anstrengend den ganzen Tag so zu scheinen), den Abend anklingen zu lassen.

Um halb neun ging es dann mit einem der vielen, guten und erfrischenden Lieder Stefan Marias los.

Im steten Wechsel präsentierte Stefan Sarek skurille und schöne Geschichten aus seinen Büchern "Seemannsgarn" und "Aldikalypse now" und Stefan Maria spielte seine Lieder.

Da wurde mal aufgrund einer Kollision auf der Datenautobahn ein Wasserboiler an einer Ampel befestigt, oder die Geburt des Kindes zu einem Grund für den Bruch von Scheiben und der Solidarität zwischen Nachbarn.

In aller Kürze wurde ein Statist, vom Opfer zum Täter und die Schildkröte Rentenempfängerin, mal abgesehen davon, dass Sarek einen Grund dafür lieferte, dass manch anderer den Eindruck hat, dass die Deutschen "ultranationalistische und lärmende [..] Teutonen sind, die über Italiens Strände herfallen" (Zitat, Sommerloch 2003, Staatssekretär Stefani).

Als die Sonne ging, uns kurz tschüss sagte, und sich schlafen legte, hörte der gelungene Abend noch nicht auf, man machte einfach dem Leser ein Licht an und dieser las noch zwei Geschichten.

Dann war aber Schluß und irgendwie ging doch alles wieder einmal zu schnell vorbei.


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